Waschhaus (Bugade) und Gefängnis

Das Wort „Bugade“ stammt vom provenzalischen „bugado“ und bezeichnet die große Wäsche, in Anlehnung daran auch den Ort, wo gewaschen wurde.
Das schöne Gratgewölbe ist ein bemerkenswertes Beispiel der Steinmetzkunst der Schule von Avignon aus dem 18. Jh. Der Raum ist mit einem Brunnen und einem großen offenen Kamin ausgestattet. Hier wuschen die Kartäuser ihre Wäsche.

 

KERKER
Im Mittealter gab es in Kartäuserklostern üblicherweise Kerker. Trotz beschränkender, königlicher Edikte wurden sie bis zur Französischen Revolution (1789) beibehalten. In den nach der Revolution wieder bewohnten Kartausen wurden die Kerker zerstört. Allein die Gerichte behielten sich von nun an das Recht vor, Gefängnisstrafen zu verhängen.
Lange Zeit fragte man sich, warum das Waschhaus und der Kerker dicht beieinander lagen. Es wird vermutet, dass die ungebührlichen Brüdermönche von der Wärme des Waschhauses und - aus der Ferne - von der Gesellschaft der Wäscher profitierten oder von diesen Brüdermönchen fast ständig überwacht wurden.
Eingekerkert wurden Brüder- oder Priestermönche, die ohne Genehmigung das Kloster verlassen oder sich schlecht benommen hatten, zu spät zum Gottesdienst erschienen oder Alchimie betrieben; Brüdermönche (die nicht wie Priestermönche in Abgeschiedenheit lebten), durften auch kein Geld haben oder Beziehungen zu Frauen unterhalten.

Der Kerker diente manchmal auch als Zelle für geistig Behinderte.

Es gab sieben Gefängniszellen auf zwei Stockwerken: drei im Erdgeschoss neben der Bugade und vier im 1. Stock. Es gab nur wenig Platz (ca. 12 m²). Der Sträfling hatte einen Tisch und ein Bett.
Das Besondere an den Zellen war eine kleine Maueröffnung hin zu einem Altar im 1. Stock. Die Insassen konnten den Gottesdienst mitverfolgen, ohne die Zellen zu verlassen.

 

Heute finden in den Räumen Wechselausstellungen statt.